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Push-Prozesse, Pull-Prozesse und Entkoppelungspunkte (Effektivität in den Produktionsprozessen)

Werden innovative Produkte angeboten, bei welchen die Qualität und der Service herausragend sind und kein oder nur wenige Konkurrenten die gleichen Leistungen erbringen können, dann können Preise, die zu hohen Deckungsbeiträgen führen, erzielt werden.

In vielen Fällen gibt es jedoch eine hohe Wettbewerbsintensität und Added-Value Services wie Flexibilität und Schnelligkeit können zu einem bedeutenden Wettbewerbsvorteil führen. Daher sind smarte Produktionsprozesse und eine gut strukturierte Ablaufsteuerung in der Produktion von Bedeutung.

Endkoppelungspunkte

Der Endkoppelungspunkt TRENNT Push – und Pull-Prozesse voneinander (= Customer order decoupling point).

Der Entkoppelungspunkt trennt, bezogen auf die Kundennachfrage, Entscheidungen, die unter Unsicherheit getroffen werden (Push Prozesse) in einer unsicheren Umwelt, sowie auf Basis einer Vorhersage-Orientierung, einem Fokus auf Schlankheit, sowie Kosten und Geschwindigkeit, durch die Push-Strategie standardisierte Produktion von Entscheidungen, die unter Sicherheit getroffen werden (Pull Prozesse). Pull Prozesse sind möglich, bei dem Vorkommen von wenigen Unsicherheiten, sowie auf Basis einer Nachfrage-Orientierung, einem Fokus auf Agilität und Flexibilität. Die Pull-Strategie impliziert eine Produktion nach Kundenwünschen.

Push/Pull – Produktion auf Lager und im Kundenauftrag

Push-Strategie:

  • Drücken der Erzeugnisse durch die Produktion
  • Schiebelogistik mit zentraler Planungsinstanz
  • Erzeugnis wird termingerecht zur nachfolgenden Produktionsstelle gebracht

Entkoppelungspunkt – Wechsel der Strategie:

  • Die, mit der Lagerproduktion gefertigten Bauteile (Vorfertigung), werden am Entkoppelungspunkt gelagert

Pull-Strategie:

  • Ziehen der Erzeugnisse durch die Produktion 
  • Dezentrale Steuerung 
  • Erzeugnis wird erst bei spezifischem Kundenauftrag erstellt 
  • Einsatzsatzsynchrone Beschaffung und Produktion (Just-in-time Konzept)

Die Position des Entkoppelungspunktes bestimmt die jeweilige Strategie (Fertigungsprinzipien)

Der Entkoppelungspunkt von neutralem Wertschöpfungsprozess (Push) zum auftragsbezogenem Wertschöpfungsprozess (Pull) ist je nach Fertigungsprinzip unterschiedlich.

  • Buy to Order

Auftragsbezogene Beschaffung ist die frühestmögliche „Entkoppelungsmöglichkeit“ – es werden bereits die Rohmaterialien, bzw. die Kaufteile auftragsbezogen beschafft (ich würde mal sagen, das ist dann KEIN Responsive SC, sondern Agile Supply Chain):

Die Supply Chain produziert einzigartige Produkte, die nicht unbedingt dieselben Rohstoffe enthalten. Der Endkunde ist auf lange Durchlaufzeiten eingestellt. die Nachfrage nach Produkten schwankt stark. Es findet keine Lagerung der Produkte statt.

  • Make to Order

Produktion komplett auftragsbezogen bedeutet, es werden zwar überwiegend Standardteile eingekauft. Die komplette Produktion erfolgt jedoch auftragsbezogen:

Verschiedene Produkte können aus denselben Rohstoffen gefertigt werden. Die Produkte müssen entsprechend der Nachfrage an Kundenwünsche angepasst werden. Es entstehen Risiken durch die Lagerung von Rostoffen und Komponenten.

  • Assemble to Order

Endmontage auftragsbezogen bedeutet, die die Vorfertigung ist lagerbezogen, die Endfertigung ist jedoch auftragsbezogen:

Der Entkoppelungspunkt verschiebt sich zwischen Hersteller und Montagefirma (assembler). Die Anpassung an Kundenwünsche ist auf einen späteren Zeitpunkt hinausgezögert. Zu einem gewissen Grad wird auf Nachfragewünsche reagiert.

  • Make to Stock

Fertigung auf Lager bedeutet, es findet eine komplette Fertigung (Lagerfertigung) von Endprodukten auf ein Fertigwarenlager beim Produzenten statt:

Die Supply Chain konzentriert sich auf die Lieferung eines Standardprodukts. Es wird von einer stetigen Nachfrage ausgegangen. Wie bei den vorhergehenden Strategien können unterschiedliche Nachfrageorte unterschieden werden.

  • Ship to Stock

Lagerbelieferung durch Lieferanten bedeutet, die Fertigwaren werden an ein Lager beim Kunden geliefert und dort gelagert, bis der Kunde die Ware selbst abverkauft, d.h. die Ware ist ausschließlich für diesen Kunden bestimmt..

Die Supply Chain konzentriert sich auf die Lieferung eines Standardprodukts.. Die Nachfrage muss besonders vorhergesagt werden, da der Entkoppelungspunkt zum Kunden (z.B. Einzelhändler) verschoben ist. Zwischen Nachfrageorten kann daher nicht mehr gewechselt werden.

Das Hinausschieben der endgültigen Form von Produkten oder des endgültigen Standorts von Produkten ist eine Aufschubstrategie, welche die Flexibilität erhöht.

Über gut strukturierte Produktionsstammdaten in ERP-Systemen und eine auf die Strategie abgestimmte Dispositionsart erfolgt eine zielgerechte Digitalisierung dieser Verfahrensmodelle.

Sie ist die Basis für eine marktgerechte Planung und Steuerung der dispositiven Transformation.

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