Anforderungsermittlung

Herausforderung bei der Anforderungsermittlung ist das Erkennen der Bedürfnisse der Kundenorganisation und ihrer Beteiligten (Stakeholder) . Hierzu gehört es, ihre Arbeit zu verstehen und wie sie ein neues System nutzen könnten, um ihre Arbeit zu erleichtern.

Zudem gehört zur Anforderungsermittlung, den Kontext zu verstehen, in dem ein neues oder verbessertes System eingesetzt werden soll.

Probleme der Anforderungsermittlung

  • Schwierigkeiten bei der Kommunikation zwischen Kunden und Software-Ingenieuren aufgrund unterschiedlicher Fachgebiete (unterschiedlichem Fachwissen)
  • Was der Kunde will, ist nicht unbedingt das, was er wirklich braucht (siehe https://brain365.de/anforderungsentwicklung/

Rolle der Stakeholder bei der Anforderungsermittlung

Stakeholder sind Personen, Gruppen oder Institutionen, die

  • ein hohes Interesse an dem endgültigen Softwareprodukt haben
  • an der Systementwicklung beteiligt sind
  • das System nutzen oder durch das System beeinflusst werden

Zu den Stakeholdern gehörten die Endnutzer, die Betreiber und Kunden, aber auch die Software-Architekten, Software-Entwickler und Software-Tester des Systems.

Analyse von Stakeholdern in Bezug auf deren Einfluss und Motivation

Um einen objektiven Eindruck zu generieren über die tatsächlichen Bedürfnisse einer Kundenorganisation reicht es nicht aus, die Ziele des Kunden zu kennen, sowie den Kontext zu verstehen, in welchem ein System eingesetzt werden soll.

Da digitale Transformation von Menschen getrieben wird, haben die Beteiligten einen sehr starken Einfluss auf den Erfolg eines Projekts. Somit ist es hilfreich eine Stakeholderanalyse durchzuführen, mit welcher Beteiligte in Kategorien eingeteilt werden, um einen Abgleich zwischen den übergeordneten Zielen des Kunden und den Zielen der einzelnen Stakeholder durchzuführen und abgeleitet aus dieser Analyse eine angemessene zielgereichte Kommunikation mit diesen Beteiligten durchzuführen.

Ausgerichtet ist diese Analyse auf die Eigenschaften Einfluss und Motivation der Beteiligten im Projekt, so dass folgende Stakeholder Kategorien entstehen. Stakeholder mit

  • hohem Einfluss und hoher Motivation
    → stark in das Projekt integriert; an den Projektzielen interessiert und mit Entscheidungsbefugnis ausgestattet
     
  • hohem Einfluss, aber geringer Motivation
    → zufrieden mit dem Projektfortschritt, verlangen aber nicht zu viele Details
     
  • geringem Einfluss, aber hoher Motivation
    → informieren über die Entwicklungen im Projekt; können auf gravierende Probleme hinweisen und sind Multiplikatoren (verbreiten Begeisterung)
     
  • geringem Einfluss und geringer Motivation
    → nicht vergessen werden, aber nicht viel Aufmerksamkeit benötigen; relevante Informationen zugänglich

Die Kommunikation muss so ausgerichtet sein, dass in der täglichen Projektarbeit und bei der Planung von Meilensteinen im Projekt die richtigen Kommunikationsinstrumente verwendet und das kontinuierliche Beziehungsmanagement mit den Stakeholdern gepflegt werden. Dabei hilft ein kollaboratives Projektmanagement, mit dem eine kontinuierliche Planung, Steuerung und Kommunikation von Arbeitspaketen transparent und systematisiert durchgeführt werden kann.

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